2015-11 Gut Huseby

Im 17. Jahrhundert war Huseby noch ein småländisches Dorf mit Bauern und Landwirtschaft. In den 1620er Jahren wurde Huseby Herrn Karl Karlsson Gyllenhielm zugeteilt und Veränderungen kamen in Gang als er dort eine Eisenhütte anlegen lieβ. Die geografische Lage war vorteilhaft, es gab Eisenerz aus dem See, Holz für die Kohleherstellung, Wasserkraft und Transportmöglichkeiten. Ab den 1630ern wurden Kanonen und eiserne Kachelöfen hergestellt.
Ende des 17. Jahrhundert wurde Huseby durch die Brüder Rudebeck übernommen und es wurde das erste Herrenhaus erbaut, ungefähr dort wo das heutige steht.
Ende des 18. Jahrhunderts wurde Huseby durch die Fam. Hamilton übernommen und Mitte des 19. Jahrhunderts das heutige Herrenhaus fertiggestellt.
1867 wurde Huseby durch J. Stephens erworben. Unter der späteren Leitung durch Stephens älteste Tochter Florence (geb. 1881) erfuhr das Gut in den 1950ern einen Niedergang, was die Obrigkeit zum Anlass nahm, sie 1956 für unmündig zu erklären und einen Vormund zu bestellen, um Raubabbau und Kapitalzerstörung durch schlechte Berater zu bremsen. 1976 wieder für mündig erklärt, starb Florence Stephens 1979 und vermachte Huseby dem schwedischen Staat mit dem ausdrücklichen Wunsch, die Gebäude wieder instand zusetzen und zu unterhalten und ihren Charakter zur Erinnerung an die früheren Bewohner und Bewirtschafter beizubehalten.

Nach langen Abwägungen erklärte sich der Staat 1982 bereit, die Schenkung anzunehmen. Das Gut wird heute durch die im Gemeindebesitz von Alvesta und Växjö befindliche Huseby Bruk AG bewirtschaftet. Über 100000 Gäste kommen jährlich, um örtliches Handwerk, Husebys Herrenhaus und Garten, das Naturschutzgebiet und im November Schwedens gröβten Weihnachtsmarkt zu besuchen.

http://www.husebybruk.se
https://www.sfv.se/sv/fastigheter/sverige/kronobergs-lan-g/huseby-bruk1/
http://husebyjul.se

Auch in diesem Jahr leuchteten den Besuchern an 8 Tagen tausende LEDS und 500 Fackeln für ein stimmungsvolles Erlebnis. Während des Weihnachtsmarktes gab es diesmal auch eine Ausstellung von Hüttenmodellen im ehemaligen Sägewerk. Die Hüttenmodelle waren Gegenstand eines Wettbewerb von Architekturstudenten der Universität Lund. Übernachten in einem kleinen Haus im Park am Ufer des Flüsschens Helige, das sich durch Husebys Gelände schlängelt, oder in einem Baumhaus in einem der großen alten Laubbäume im Park.
Unter dem Thema Tektonik durften sich die Architekturstudenten einen Platz auf dem Gelände wählen um ein Konzept für eine nachhaltige touristische Nutzung von Huseby zu entwickeln. Dabei ging es nicht um die Schaffung traditioneller Konferenzmöglichkeiten, sondern es sollten Ideen für alternative Unterkünfte entwickelt werden – 15 m² groβe Hütten, umweltfreundlich, innovativ, traditionell aus Holz, mit Terrasse oder Balkon, im Einklang mit der Natur und den aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gebäuden.
Die Ausstellung präsentierte 30 Holzmodelle 1:10. Neben einer Jury aus Vertretern des SFV (National Property Board), Huseby Bruk AG und Nachhaltiges Småland wurde auch die Öffentlichkeit beteiligt. Besucher des Weihnachtsmarktes durften mit abstimmen.

Meine Bilder von Huseby